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Spielend Klavier lernen - Apps und Kurse im Vergleich

Klavier gilt als das Instrument, bei dem man jahrelang Tonleitern übt, bevor etwas klingt. Das stimmt so nicht: Die Tastatur ist übersichtlich, jeder Ton sitzt richtig, und ein einfaches Stück mit beiden Händen ist in wenigen Wochen erreichbar. Wer den spielerischen Weg sucht, findet heute Apps, Online-Kurse und Lernspiele - diese Seite ordnet ein, was sie leisten und wo sie an ihre Grenzen kommen.

Spielend Klavier lernen - Klavier üben

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Warum Klavier gut zum Selbstlernen passt

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Eine Oktave. Das C liegt immer links von der Zweiergruppe schwarzer Tasten - daran orientiert man sich, solange die Noten noch nicht sitzen. Nach dem H beginnt die nächste Oktave wieder mit C.

Drei Eigenschaften machen das Klavier zugänglicher als die meisten Instrumente:

  • Der Ton stimmt immer. Anders als bei Geige oder Trompete muss er nicht getroffen werden - die Taste liefert ihn.
  • Alles ist sichtbar. Die Tastatur zeigt Tonhöhen und Abstände räumlich. Das ist der Grund, warum Musiktheorie am Klavier am leichtesten zu verstehen ist.
  • Sofortiges Ergebnis. Zwei Töne, und es klingt. Ein erster Song mit einer Hand gelingt am ersten Abend.

Die Werkzeuge im Vergleich

WegKostenStärkeGrenze
App mit Tonerkennung5 bis 20 Euro im Monattägliche Regelmäßigkeit, Spieltriebprüft nur, ob der Ton stimmt
Video-Kurs40 bis 200 Euroroter Faden, Stücke von Anfang ankeine Rückmeldung
Lichttasten-Keyboardab 200 Eurozeigt die nächste Tastefördert Nachmachen statt Lesen
Fallende Noten am Bildschirmoft im Abo enthaltensehr eingängigersetzt kein Notenlesen
Live-Unterricht online15 bis 40 Euro je Stundeechte Korrektur, freie Terminekein Zusammenspiel
Unterricht vor Ort70 bis 130 Euro im MonatHaltung, Technik, Ensemblefeste Termine

Was Apps nicht sehen

Der blinde Fleck aller Selbstlernwerkzeuge ist derselbe: Sie messen das Ergebnis, nicht den Weg dorthin. Vier Dinge fallen deshalb durchs Raster und rächen sich später:

  • Handhaltung. Eingesunkene Handgelenke und flache Finger bringen zunächst richtige Töne - und später Verspannungen und eine Grenze im Tempo.
  • Fingersatz. Welcher Finger welche Taste nimmt, entscheidet, ob eine Passage flüssig läuft. Falsch eingeübte Fingersätze sind mühsam zu korrigieren.
  • Anschlag und Dynamik. Eine App hört, dass der Ton kam. Ob er schön war, hört sie nicht.
  • Pedalgebrauch. Wann getreten und gewechselt wird, ist Gehörarbeit.

Das ist kein Argument gegen Apps, sondern eines für die Mischung: Regelmäßigkeit über die App, Kontrolle über eine Lehrkraft. Wer allein lernt, sollte alle zwei bis drei Monate eine Einzelstunde nehmen, in der Haltung und Technik geprüft werden - das kostet wenig und fängt genau die Fehler ab, die sich sonst festsetzen.

Ein realistischer Zeitplan

NachDas können SieÜbungszeit
1 Wocheeinfache Melodie mit einer Hand10 Min. täglich
4 bis 8 Wochenerstes Stück mit beiden Händen15 Min. täglich
6 Monatebekannte Lieder mit Begleitung, erstes Pedal20 Min. täglich
1 bis 2 JahreStücke mittlerer Schwierigkeit30 Min. täglich

Entscheidend ist die rechte Spalte, nicht die linke. Täglich fünfzehn Minuten schlagen zwei Stunden am Sonntag deutlich - beim Klavier mehr als bei den meisten Instrumenten, weil es um Bewegungsabläufe geht, die sich nur durch Wiederholung setzen.

Womit üben?

Zum Anfangen genügt jedes Instrument mit Tasten. Für alles darüber hinaus braucht es 88 gewichtete Tasten mit Anschlagdynamik - warum das so ist und worauf beim Kauf zu achten ist, steht unter E-Piano lernen. Ein Keyboard mit leichtgängigen Tasten führt zu einer Technik, die auf einem echten Klavier nicht trägt.

Häufige Fragen

Kann man Klavier ohne Lehrer lernen?

Die ersten Stücke ja. Für Haltung, Fingersatz und Anschlag braucht es Korrektur - sinnvoll ist eine Kontrollstunde alle zwei bis drei Monate, auch beim Selbstlernen.

Taugen Klavier-Apps etwas?

Für Regelmäßigkeit, Notenlesen und Gehörbildung ja. Handhaltung, Fingersatz und Klangqualität erkennen sie nicht - dort liegt ihre Grenze.

Wie lange dauert es, ein Lied spielen zu können?

Eine einfache Melodie mit einer Hand nach etwa einer Woche, ein Stück mit beiden Händen nach vier bis acht Wochen bei täglich zehn bis fünfzehn Minuten.

Sind Lichttasten sinnvoll?

Als Motivation am Anfang ja. Sie fördern aber das Nachmachen statt des Notenlesens - wer weiterkommen will, sollte früh auf Noten umsteigen.

Wie viel muss man üben?

Täglich zehn bis dreißig Minuten, je nach Ziel. Regelmäßigkeit zählt mehr als Dauer: Fünfzehn Minuten am Tag bringen mehr als zwei Stunden am Wochenende.

Welches Instrument brauche ich zum Üben?

Zum Anfangen genügt jede Tastatur. Dauerhaft braucht es 88 gewichtete Tasten mit Anschlagdynamik - ein E-Piano ab etwa 500 Euro erfüllt das.

Klavier in der Musikschule

Klavier ist das meistgewählte Fach an Musikschulen - mit der Folge, dass es dort häufiger Wartelisten gibt als bei anderen Instrumenten. Fragen Sie früh nach und lassen Sie sich notieren; in der Zwischenzeit ist ein Selbstlernangebot eine sinnvolle Überbrückung. Fragen Sie außerdem nach Kammermusik und Begleitangeboten: Klavier wird überall gebraucht, und Zusammenspiel ist der wirksamste Grund, dranzubleiben.

Welche Musikschulen in Ihrer Nähe Klavier anbieten, zeigt die Ortssuche oben oder die Übersicht der Städte und Regionen. Passende Themen: Klavier lernen, E-Piano und Noten lernen.

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