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Steirische Harmonika lernen - Griffschrift und Einstieg

Die Steirische Harmonika ist ein Knopfakkordeon mit einer Besonderheit, die alles bestimmt: Sie ist wechseltönig - auf Zug und Druck erklingt aus demselben Knopf ein anderer Ton. Das klingt nach Erschwernis, ist aber der Grund, warum der Einstieg leicht fällt: Die Töne einer Tonart liegen so, dass eine Volksmusikmelodie fast von selbst unter die Finger kommt. Gelernt wird meist nach Griffschrift, nicht nach Noten.

Steirische Harmonika lernen - Harmonika spielen

Unterricht in Ihrer Nähe finden

Die Steirische wird im Alpenraum an vielen Musikschulen unterrichtet, dazu von Privatlehrkräften und in Volksmusikvereinen. Suchen Sie Ihren Ort:

Der Unterschied zum Akkordeon

Steirische HarmonikaAkkordeon
Tonerzeugungwechseltönig: Zug und Druck verschiedengleichtönig: derselbe Ton
DiskantKnöpfe in zwei bis fünf ReihenTasten oder Knöpfe
Basswenige Bässe, wechseltönigbis 120 Bässe, gleichtönig
Tonartenauf wenige festgelegtalle
Notationmeist GriffschriftNoten
RepertoireVolksmusik des Alpenraumsalle Stilrichtungen
Helikonbässeja, sehr kräftignein

Die Helikonbässe sind das klangliche Markenzeichen: besonders groß gebaute Bassstimmzungen, die den typischen wuchtigen Bass erzeugen, den ein Akkordeon nicht hat.

Für Umsteiger ist die Wechseltönigkeit die eigentliche Hürde. Wer Akkordeon spielt, muss neu denken: Die Balgführung ist nicht mehr freie Entscheidung, sondern von der Melodie vorgegeben.

Griffschrift statt Noten

Die Steirische wird traditionell in Griffschrift notiert. Statt Tonhöhen stehen dort Zahlen für die Knöpfe, ergänzt um Zeichen für Zug und Druck. Wer eine Melodie im Ohr hat, kann damit sofort loslegen - ohne Notenkenntnisse.

Das hat einen Preis: Griffschrift gilt nur für dieses Instrument und diese Stimmung. Wer später Noten lernen will, fängt damit bei null an. Für Kinder, die mehrere Instrumente lernen sollen, ist das ein Argument, parallel Noten zu lernen; für Erwachsene, die Volksmusik spielen wollen, ist Griffschrift der schnellere Weg.

Welche Harmonika?

BauartReihenGeeignet für
Dreireiher3der übliche Einstieg, deckt fast alles ab
Vierreiher4Standard bei Fortgeschrittenen, mehr Tonarten
Zweireiher2klein und leicht, für Kinder
Fünfreiher5selten, für Anspruchsvolles

Die gängigste Stimmung ist G-C-F beim Dreireiher und B-Es-As-Des oder G-C-F-B beim Vierreiher. Welche Sie brauchen, hängt davon ab, mit wem Sie spielen wollen - in einer bestehenden Gruppe ist die Stimmung vorgegeben. Klären Sie das vor dem Kauf, ein Wechsel ist teuer.

Ab welchem Alter?

Ab etwa acht bis neun Jahren mit einem kleinen Instrument. Die Steirische wiegt je nach Größe fünf bis neun Kilogramm und wird über Schultergurte getragen - Gewicht und Balgführung sind die begrenzenden Faktoren, nicht die Griffe.

Für Erwachsene ist sie ein dankbarer Einstieg, gerade ohne musikalische Vorbildung: Erste Stücke gelingen nach wenigen Wochen, und das Repertoire ist überall dort gefragt, wo Volksmusik gespielt wird.

Wie lange dauert es?

NachDas können SieWoran es hakt
2 bis 4 Wocheneinfache Melodien mit BassbegleitungBalgwechsel im richtigen Moment
3 bis 6 Monatebekannte Volksmusikstückegleichmäßige Balgführung
1 JahrMitspielen in der GruppeTempo, Verzierungen
2 Jahre und mehranspruchsvolles Repertoire, zweite StimmeDynamik über den Balg

Was kostet es?

PostenKostenHinweis
Einzelunterricht, 30 Min.70 bis 130 Euro im Monatkommunal günstiger
Einsteigerinstrument1.500 bis 3.000 EuroDreireiher, neu
Gutes Instrument4.000 bis 8.000 EuroVierreiher, Meisterbau
Gebraucht800 bis 2.500 Eurovor dem Kauf prüfen lassen
Miete30 bis 60 Euro im Monatüber Musikschule oder Händler
Stimmen und Wartung150 bis 400 Euroalle paar Jahre

Bei gebrauchten Instrumenten lohnt die Prüfung durch eine Fachwerkstatt: Undichte Bälge und verstimmte Stimmzungen sind häufig und in der Reparatur teuer.

Häufige Fragen zur Steirischen Harmonika

Was ist der Unterschied zum Akkordeon?

Die Steirische ist wechseltönig - auf Zug und Druck erklingt ein anderer Ton. Sie hat Helikonbässe für den kräftigen Bassklang und ist auf wenige Tonarten festgelegt.

Ist die Steirische Harmonika schwer zu lernen?

Der Einstieg ist leicht, weil die Töne für Volksmusik günstig liegen. Anspruchsvoll ist die Balgführung, weil der Wechsel zwischen Zug und Druck von der Melodie vorgegeben wird.

Was ist Griffschrift?

Eine Notation mit Knopfnummern statt Tonhöhen, ergänzt um Zeichen für Zug und Druck. Damit lässt sich ohne Notenkenntnisse spielen - sie gilt aber nur für dieses Instrument.

Welche Stimmung soll ich wählen?

Beim Dreireiher meist G-C-F. Wenn Sie mit anderen spielen wollen, richtet sich die Wahl nach der Gruppe - ein späterer Wechsel ist teuer.

Ab welchem Alter kann man beginnen?

Ab acht bis neun Jahren mit einem kleinen Instrument. Begrenzend sind Gewicht - fünf bis neun Kilogramm - und die Balgführung, nicht die Griffe.

Wo finde ich Unterricht?

Über die Ortssuche oben. Im Alpenraum führen viele Musikschulen das Fach; sonst hilft die Frage bei Volksmusik- und Trachtenvereinen weiter.

Die Steirische in der Musikschule

In Bayern, Österreich und Südtirol gehört die Steirische Harmonika zum festen Fächerangebot, nördlich davon ist sie selten. Der Unterricht ist eng mit dem Zusammenspiel verbunden: Volksmusik wird in Gruppen gespielt, und viele Musikschulen führen eigene Ensembles. Wer das Instrument lernt, sollte früh dort einsteigen - allein zu Hause zu spielen wird der Sache nicht gerecht.

Welche Musikschulen in Ihrer Nähe Harmonika anbieten, zeigt die Ortssuche oben oder die Übersicht der Städte und Regionen. Verwandte Fächer: Akkordeon, Zither und Mundharmonika. Alle Instrumente stehen in der Übersicht.

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